Entwurf für den Text der Roten Liste des KulturerbeNetz-Berlin
Status: ungewiss
Name: LiMa-Wohnhof, Gartenhof und Außenanlagen
1-Infoblock am Anfang
Adresse: Lindenstraße 82, 83, 84, 85 / Markgrafenstraße 5, 6, 7, 8
Bezirk: Friedrichshain-Kreuzberg
Baujahr: 1984–86
Baustil: Postmoderne
Bauherr: Wohnbau-Nord GmbH & Co (Wohnungsbaugesellschaft)
Architekt Entwurf: Hertzberger, Herman (Architekt), Ausführung: Baller, Hinrich & Baller, Inken (Kontaktarchitekt),
Garten:
Nutzung historisch: Wohnen/Kita
Nutzung heute: Wohnen/Kita
Denkmalnummer: 09097891, 09097892
2-Geschichte
Geschichte
Das Gebäude befindest sich in der südlichen Friedichstadt mit weiteren Gebäuden auf den Grundstücken der in einem spitzen Winkel zulaufenden Markgrafen- und Lindenstraße zulaufenden (Block 30) mit den Grundstücken der Markgrafenstraße (Hausnummern 1-10) sowie Lindenstraße Hausnummern (78-90)
- Um 1730, Errichtung der südlichen Friedrichstadt als barocke Stadterweiterung mit dem Rondel (heute Mehringplatz) in dem die Wilhelm-, Friedrich- und Lindestraße zusammenliefen
- 1945, Februar Luftangriff, die südliche Friedichstadt wird zu einem großen Teil zerstört
mit der Aufteilung Berlins in Sektoren gehört die südliche Friedichstad zum amerikanischen Sektor und damit ab 1948 zu West-Berlin
- 1950er Jahre, weitergehendes Abräumen der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude in der südlichen Friedrichstadt
- 1961, Bau der Berliner Mauer, die südliche Friedrichstraße verliert ihre Anbindung an das historische Zentrum der Stadt und wird Zunehmens zur Randlage von West-Berlin
- 1961, Sprengung der Ruine der Jerusalem Kirche (für den Straßenverlauf der Lindenstraße in Richtung Norden und den neuen Redaktions- und Produktionsstandort des Springer Verlages (1959 – 1965)
- 1960er Jahre, Verschwenkung des südlichen Endes der Lindenstraße von ehemals der Einmündung in das Rondell zur Gitschiner Straße, Verbreiterung der Lindenstraße
- 1968, Errichtung der Jerusalem- und Neuen Kirche der Architektin Sigrid Kressmann-Zschach (als Ersatz für die abgetragene Jerusalem Kirche) auf der südlich gelegenen Spitze des Blockes 30, auf den Grundstückes Markgrafenstraße 1 – 4 und der Lindenstraße 86 – 90
- 1974 – 1976, Planung des Aufbaues des Ephraim-Palais nördlich der Jerusalem und Neuen Kirche auf den Grundstücken Markgrafenstraße 5 – 8 und Lindenstraße 82 – 84. Das Gebäude soll eine Art Riegel bilden, der nördlich der Jerusalem und Neuen Kirche die Markgrafenstraße mit der Lindenstraße verbindet. Dazu ist geplant, dass Wohnbauten auf den Grundstücken Markgrafenstraße 9 – 10 und Lindenstraße79-80 entlang der Straßenkante errichtet werden, an die das Ephraim-Palais angefügt werden soll.
- Anmerkung: Das Ephraim-Palais, (historischer Standort ) wurde aufgrund von Bauarbeiten in den 1930 er Jahren abgebaut, wesentliche Gebäudeteile auf einem Gelände an der Sylter Straße eingelagert. Der Lagerort befand sich nach der Teilung der Berliner Verwaltung im Jahre 1948 in West-Berlin. Das Ephraim Palais war den 1970er Jahren von West-Berliner Verwaltung als Erweiterungsbaus des damaligen und in der Nähe befindlichen Berlin Museums vorgesehen. (inwieweit solche Anmerkungen hilfreich sind und ob der Aufbau des Ephraim Palais zur 750 Jahrfeier erwähnt werden muss, würde ich die Redaktion der Roten Liste befragen wollen.)
- Zwischen 1979 und 1981, Errichtung von Wohngebäuden auf den Grundstücken Markgrafenstraße 9 – 10 und Lindenstraße79-80 entlang der Straßenkante. Das Ephraim-Palais wird nicht errichtet, die Grundstück Markgrafenstraße 5 -8 und Lindenstraße 79 – 84 blieben zunächst unbebaut.
- 1982, der Architekt Herman Herzberger erhält im Rahmen der Planung der Internationalen Bauausstellung Neubaugebiete (IBA-Neu) im Bereich der südlichen Friedrichstadt den Auftrag auf der Fläche der landeseigenen Grundstücke Markgrafenstraße 5 – 8, Lindenstraße 81 – 84 ein Projekt im sozialen Wohnungsbau unter dem Namen „Wohnhof an der Jerusalemkirche und Neuen Kirche“ zu planen.
- 1984, die Selbstbaugenossenschaft Berlin e. G. wird mit Realisierung des Projektes von Herman Herzberger beauftragt, Baubeginn Dez. 1984
- 1986, Fertigstellung des Gebäudekomplexes mit seinen 48 Wohnungen
- 2018, Verkauf des Wohnhofes an die Wohnungsbaugesellschaft Berlin Mitte (WBM)
- 2020, die Nachbarschaftsinitiative LiMa Wohnhof erreicht die Unterschutzstellung des Wohnhofes als Baudenkmal sowie die Grünflächen als Gartendenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes Berlin
3-Baubeschreibung
Es handelt sich um eine Anlage mit 48 Wohnungen unterschiedlicher Wohnungsgrößen.
Gebäudestruktur
Der in seiner Höhe gestaffelte Baukörper besteht stark vereinfacht gesagt aus 5 Teilen. Das sind 1. zwei Turmbauten, 2. ein halbkreisförmiger Wohnblock, 3. ein Wohnblock in Form eines Querriegels, sowie 4. ein durch die Gebäude gebildeter geschützter Innenhof. Die Wohnbebauung ist zur Straße hin mit einem verschlossen wirkenden Sockelgeschoss versehen. Und 5. die Flächen zwischen dem Gebäude und der Grundstückskante (Bürgersteig) die gärtnerisch gestaltet sind.
- Beschreibung Türme
Zwei Türme bilden den Anschluss an die 6-stöckige Bebauung, in der Markgrafen- und der Lindenstraße, die im Jahre 1980 entstanden sind. Die Türme bestehen aus einem Sockelgeschoss sowie 5 Stockwerke darüber. Die Türme sind vom Grundriss und der Raumaufteilung entsprechend der Grundstücke jeweils unterschiedlich gestaltet. Die Markgrafen und Lindenstraße verlaufen nicht parallel zueinander, von daher konnte nur ein Turm und der Halbkreisförmige Wohnblock in der Markgrafenstraße rechtwinklig angesetzt werden. Die Wohnungen in diesem Turm verfügen über rechtwinklige Grundrisse. Der Turm in der Lindenstraße folgt zunächst der rechtwinkligen Struktur des Querriegels und setzt in einem Winkel an die Brandwand in der Lindenstraße an.
- Beschreibung halbkreisförmiger Wohnblock
Die Wohnbebauung in Form eines Halbkreises, hat einen Grundriss von einem halben Ring. Sie verfügt über das Sockelgeschoss und den darüber liegenden 3 Stockwerken. Er dient als Verbindung von Markgrafen und Lindenstraße. Es handelt sich um einen geschlossen wirkenden verputzten und weiß gestrichenen Baukörper, mit fünf Zugängen. Drei der Zugänge sind im Halbkreis angeordnet, zwei dort, wo der Halbkreis auf die Türme trifft. Die Grundrisse der Wohnungen sind entsprechend eines Ringsegments trapezförmig.
- Sockelgeschoss
Der Komplex verfügt auf der zur Straße gerichteten Seite über ein Sockelgeschoss, das verschiedene Funktionen hat. Es nimmt die Keller und einen Teil der (Anzahl) Gemeinschaftsräume auf. Im Bereich der Gemeinschaftsräume verfügt das Sockelgeschoss über große quadratische Fenster, die fast bis auf den Bürgersteig herunter reichen.
Durch das Sockelgeschoss werden die Böden der darüber liegenden Wohnungen um 1,5 Meter gegenüber dem Straßenniveau angehoben, was ein Hineinschauen in die Wohnung mit ihren tief liegenden Fensterbrüstungen von der Straße aus verhindert.
- Zugänge
Als Eingänge in das Bauwerk dienen Zugänge sie führen vom Bürgersteig aus, durch das tiefer gelegene Sockelgeschosse in das Treppenhaus. Im Bereich der Zugänge ist die Halbkreisform des Bauköpers mit einer schmalen Spalte aufgeschnitten. Durch die Spalte sind die hofseitig angeordneten verlasten Treppenhäuser gut zu erkennen. Gegenüber dem zurück gesetzten Zugang und den Treppenhäusern in den drei Stockwerke zum Teil ausladenden und versetzt angeordneten Balkone, die über eine unterschiedliche Tiefe verfüge über deutlich nach vorne. Rechts und links der Zugänge sind entsprechend der Stockwerke symmetrisch übereinander horizontale Fensterbänder angeordnet. Die Fensterbrüstung sind niedrig ausgeführt. Die Fensterbänder, die Balkone und die unterschiedlich hohen schlanken Säulen, welche die Fensterstürze und Balkone zu tragen scheinen, führen zu einer deutlichen Akzentuierung der Fassade im Bereich der Zugänge. (hier fehlt noch Verglasung, Treppen Geländer, usw.)
- Querriegel des Wohnblocks
Im Hof verbindet eine Wohnbebauung in Form eines Querriegels die Türme miteinander verbindet. Der Querriegel ist aus vier Einzelgebäuden die allerdings nicht parallel, sondern gestaffelt einander angeordnet sind, sodass Sich ein leichter Bogen in Richtung Norden ergibt. Das Gebäude verfügt über ein Erdgeschoss und zwei Stockwerke und ein Kellergeschoss. Die 1. Und 2. Stockes verfügen auf der Südseite über versetzt übereinander angeordneten Balkone mir unterschiedlicher Tiefe. Den Wohnungen im Erdgeschoss sind auf der Südseite Terrassen vorgelagert über die die Bewohner:innen direkt in den Hof gelangen
Gemeinschaftsflächen auf den Dächern
Auf den Dächern des halbkreisförmigen Wohnblockes und des Querriegels sind jeweils rechts und links des Treppenhauses Gemeinschaftsflächen in Form kleinen Terrassen angeordnet. Dies Flächen werden über das Treppenhaus, das an der Selle mit einem gläsernen Aufbau über das Dach hinausreicht. Der Verglaste Aufbau dient der Belichtung des Treppenhauses.
Hof
Der halbkreisförmige Wohnblock und der Querriegel bilden eine geschützte Hofanlage. Unter dem Hof befindet sich, entsprechend den damaligen Vorgaben, eine Tiefgarage mit Einstellplätzen. (hier fehlt noch Hofgestaltung, Monster, Sandkasten)
Weiterer Hof
Ein weiterer kleiner begrünter Hof befindet sich auf der Rückseite des Querriegels.
4-Ist-Zustand
????
5-Infoblock am Ende
Eigentümer: WBM
Amt : Fachbehörde: Landesdenkmalamt Berlin
Genehmigungsbehörde: Untere Denkmalschutzbehörde Friedrichshain-Kreuzberg,
Quellen.
Infos/web:
